Heilkräutergarten nach Hildegard von Bingen

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Trage Vorsorge für Deinen Garten, den Gottes Gabe gepflanzt, und sei auf der Hut, dass seine Gewürzkräuter nicht verdorren.

Hildegard von Bingen

Der Hildegard-Heilkräutergarten des Hildegard-Forums der Kreuzschwestern auf dem Binger Rochusberg


Mit dem Bau des Hildegard-Forums der Kreuzschwestern im 900. Gedächtnisjahr der hl. Hildegard von Bingen entstand auch für die Öffentlichkeit ein Heilkräutergarten nach mittelalterlichem Vorbild. Spärlich sind die Beschreibungen solcher mittelalterlichen Gärten. Eher sind uns solche Gartenanlagen durch die darstellende Kunst, nicht selten auch auf Wandteppichen überliefert.

Walahfrid Strabo, Abt der Reichenau z. Zt. Ludwigs des Frommen und Autor des "Hortulus", eines Lehrgedichts über die ihm bekannten Heilpflanzen, entwirft seinerzeit den Gartenplan für das Kloster St. Galten. Seine Beschreibung und die Planskizze sind uns erhalten. Daran dürften sich zunächst andere Benediktinerklöster und spätere Generationen orientiert haben. Die typischen Bauerngärten sind aus ihnen hervorgegangen.

So sind bei Walahfrid die Beete rechtwinklig, geometrisch angeordnet und von Holzbohlen eingefasst und nur mit einer einzigen Pflanzenart bestückt. Im Hildegard-Heilkräutergarten auf dem Rochusberg finden wir bis zu vier Pflanzen auf einem Beet. Walahfrid beschreibt auch die dreifache Funktion der Umfassungsmauer: Sie hat vor Wildfraß zu schützen, den Samenantrieb aus der Umgebung fernzuhalten und klimaregulierende Funktion. Nach heutigen Erkenntnissen diente dieser Kräutergarten nicht der Primärversorgung des Klosterkonvents und der umliegenden Bewohner mit Naturheilmitteln, wozu die Klöster verpflichtet waren, sondern der Samennachzucht für die Hauptbeete, die außerhalb der Klausurmauern vermutet werden. Dieser Heilkräutergarten lag oft im Viereckhof des Kreuzganges eines Klosters.

Der Hildegard-Heilkräutergarten auf dem Rochusberg präsentiert einschließlich neu angelegtem Obstgarten ca. 80 Heilpflanzen und Bäume, deren Heilwirkung Hildegard in ihrem Buch "Physica" beschreibt. Aus ihren Beschreibungen geht hervor, dass die Heilpflanzen nicht nur aus sich selbst wirken. Sie weisen auf ihren Schöpfer hin und sind dem Menschen gnadenhaft zu seinem Heil geschenkt. Der von Professor Dr. Dieter Vogellehner, Freiburg, entworfene Heilkräutergarten umfasst mit wenigen Ausnahmen die ungiftigen oder gering giftigen Pflanzen. Zur Linken befinden sich die ursprünglich im Mittelmeerklima beheimateten, zur Rechten die bei uns heimischen Pflanzen.

Das überaus starke Interesse bei den Besuchern im ersten Jahr seines Bestehens bestätigt, dass die Kreuzschwestern mit ihrem Hildegard-Heilkräutergarten Bingen um eine weitere Sehenswürdigkeit bereichert haben.

Welche Pflanzen finden Sie in unserem Kräutergarten ?


Marienblatt,Ysop, Bertram, Wermut, Alant, Schwarzkümmel, Ringelblume, Mutterkraut, Mariendistel, Gartensalbei, Lavendel, Scharlachsalbei, Stockmalve, Bohnenkraut, Petersilie, Judenkirsche, Fenchel, Sellerie, Küchenzwiebel, Knoblauch, Dill, Liebstöckel, Pfingstrose, Weinraute, Zitronenmelisse, Madonnenlilie, Bachminze, Rossminze, Ackerminze, Pastinak, Odermennig, Huflattich, Heilziest, Hirschzunge, Gelber Enzian, Schöllkraut, Schafgarbe, Akelei, Rainfarn, Dost, Beifuß, Schlüsselblume, Königskerze, Große Klette, Lungenkraut, Beinwell, Baldrian, Bärwurz, Wurmfarn, Arnika, Staudenholunder, Hundsrose, Hechtrose, Hopfen, Rote Zaunrübe, Efeu, Brombeere, Lorbeer, Wacholder, Aloe, Feigenbaum, Ölbaum u.a.